Fortuna

STIMMEN, ANALYSE UND NOTEN

STIMMEN, ANALYSE UND NOTEN
🔴⚪ STIMMEN, ANALYSE UND NOTEN 🔴⚪

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JUNGE WILDE, STARKE REAKTION – ABER DAS 0:1 IST DIE WARNUNG

Es war nur ein Testspiel. Aber es war eines dieser Testspiele, die etwas auslösen können.

Vor 23.300 Zuschauern besiegte Fortuna Düsseldorf Borussia Dortmund mit 2:1. Der BVB trat noch nicht in Bestbesetzung an und setzte zahlreiche Nachwuchsspieler ein. Gleichzeitig standen mit Serhou Guirassy, Jobe Bellingham, Fábio Silva und weiteren Profis genügend Qualität und Erfahrung auf dem Platz, um diesen Düsseldorfer Erfolg nicht einfach beiseitezuwischen.

Fortuna geriet nach einem vermeidbaren Fehler in Rückstand, arbeitete sich in die Partie und drehte sie nach der Pause. Besonders die jungen Wilden sorgten für Tempo, Mut und Begeisterung.

Jordi Paulina, Kilian Sauck, Steven van der Sloot und Anas Slimani machten richtig Freude. Unterstützt wurden sie von Lukas Eixler, Miguel Gonçalves und Kaden Amaniampong, die ebenfalls zeigten, wie viel Energie in dieser neuen Fortuna stecken könnte.

Noch ist nicht alles gut. Das Gegentor offenbarte deutliche Schwächen. Aber diese Mannschaft scheint bereit zu sein, auf Fehler zu reagieren, Verantwortung zu übernehmen und sich gemeinsam aus schwierigen Phasen herauszuarbeiten.

Und genau das macht Hoffnung.

DIE STIMMEN ZUM SPIEL

Alexander Ende war nach der Partie vor allem mit der Entwicklung seiner Mannschaft zufrieden.

Der Fortuna-Trainer sah zunächst schwierige 20 Minuten. Anschließend habe seine Mannschaft aber zunehmend den offensiven und mutigen Fußball gezeigt, den er den Menschen in Düsseldorf künftig anbieten möchte.

Für Ende war entscheidend, dass seine Spieler zuhören, Vorgaben umsetzen und bereit sind, Energie auf den Platz zu bringen. Der Weg sei noch nicht beendet, die Mannschaft bewege sich aber Schritt für Schritt in die richtige Richtung.

Auch Matthias Zimmermann stellte nicht allein das Ergebnis in den Mittelpunkt.

Für den Routinier ging es darum, wieder als echte Mannschaft aufzutreten, füreinander zu arbeiten und den Fans zu zeigen, dass auf dem Platz eine Einheit entsteht. Einsatz, Zusammenhalt und sichtbare Freude am gemeinsamen Spiel sollen dabei helfen, das zuletzt verlorene Vertrauen zurückzugewinnen.

Gegen Dortmund war besonders nach der Pause einiges davon zu erkennen.

DIE FAN-PERSPEKTIVE

Niemand sollte nach einem gewonnenen Testspiel bereits vom sicheren Aufstieg sprechen. Ebenso wenig sollte verschwiegen werden, dass Dortmund noch nicht mit seiner stärksten Mannschaft antrat.

Aber man darf sich über diesen Nachmittag freuen.

Denn den Zuschauern wurde mehr geboten als ein bedeutungsloses Vorbereitungsspiel. Fortuna zeigte nach dem Rückstand Charakter, steigerte sich und brachte mit den Einwechselspielern eine Energie auf den Platz, die sofort auf die Ränge übersprang.

Vor allem die jungen Spieler weckten Neugier.

Paulina suchte konsequent den Weg zum Tor. Sauck spielte frech und unbekümmert. Van der Sloot schaltete sich mutig nach vorne ein. Slimani war erneut zur Stelle, als es darauf ankam.

Es war nicht alles perfekt. Aber es fühlte sich wieder nach Fußball an, der die Menschen mitnehmen kann.

Nach einer schwierigen vergangenen Saison ist das vielleicht noch wichtiger als das Ergebnis.

DIE ANALYSE

Fortuna benötigte einige Zeit, um sich auf die Dortmunder Spielweise einzustellen. Der BVB stand kompakt, spielte zielstrebiger nach vorne und versuchte immer wieder, die Düsseldorfer Abwehr mit direkten Bällen zu überspielen.

Das gelang in der 20. Minute viel zu einfach.

BVB-Torwart Alexander Meyer schlug den Ball weit nach vorne. Elias Egouli schätzte die Flugbahn und den Laufweg von Mathis Albert falsch ein. Der Dortmunder entwischte dem Innenverteidiger und hatte plötzlich freie Bahn.

Gleichzeitig kam Lasse Rieß sehr weit aus seinem Tor, erreichte den Ball jedoch nicht. Albert umkurvte den Düsseldorfer Schlussmann und schob zur Führung ein.

An diesem Gegentor trägt Egouli eine große Mitschuld. Ein Innenverteidiger muss einen solchen langen Ball besser beurteilen, enger am Gegenspieler bleiben oder die Situation konsequent bereinigen.

Aber auch Rieß war beteiligt. Sein Herauslaufen war riskant und mit Egouli offensichtlich nicht ausreichend abgestimmt.

Ein einziger weiter Abschlag reichte aus, um Fortunas gesamte letzte Linie auszuhebeln.

Das ist die Warnung aus diesem Spiel.

In der 3. Liga werden viele Mannschaften genau solche Bälle spielen. Dort warten körperlich robuste Stürmer, zweite Bälle und Gegner, die Fehler ohne große Umwege bestrafen. Die Abstimmung zwischen Torwart und Innenverteidigung muss deshalb deutlich besser werden.

Auch danach blieb Fortuna zunächst anfällig. Sascha Risch leistete sich an der Seitenlinie einen gefährlichen Ballverlust, aus dem Dortmund beinahe weiteres Kapital schlug.

Kurz vor der Pause zeigte Düsseldorf dann erstmals deutlicher, dass auch nach vorne etwas möglich war. Eric Hottmann erkannte den freien Matthias Zimmermann, dessen Abschluss jedoch über das Tor ging.

FORTUNA KOMMT VERÄNDERT AUS DER KABINE

Nach der Pause stand eine andere Fortuna auf dem Platz.

Die Mannschaft schob entschlossener nach, gewann häufiger die zweiten Bälle und agierte mit deutlich mehr Überzeugung. Dortmund bekam weniger Ruhe im Aufbau, während Düsseldorf zunehmend in gefährliche Räume gelangte.

Der Ausgleich fiel nach einem ruhenden Ball.

Zimmermann brachte einen Freistoß von der linken Seite in den Strafraum. Dominique Heintz verlängerte per Kopf an den kurzen Pfosten, wo Fabian Schleusener genau richtig stand und zum 1:1 einschob.

Es war ein typisches Tor eines erfahrenen Angreifers.

Schleusener spekulierte auf die Verlängerung, löste sich rechtzeitig und musste anschließend nur noch vollenden. Genau für solche Situationen wurde er verpflichtet.

DIE BANK VERÄNDERT DAS SPIEL

Danach zeigte sich eine Qualität, die für die lange Saison noch enorm wichtig werden könnte: Fortuna konnte von der Bank richtig nachlegen.

Jordi Paulina war bereits zur Pause für Eric Hottmann gekommen. Nach knapp einer Stunde folgten Steven van der Sloot, Tim Oberdorf, Felix Meiser, Kilian Sauck und Lukas Eixler.

Später erhielten auch Miguel Gonçalves, Kaden Amaniampong, Anas Slimani und Marcel Benger ihre Einsatzzeit.

Mit den Wechseln wurde Fortunas Spiel schneller und unberechenbarer.

Paulina suchte sofort den Abschluss. Zunächst wurde sein Versuch abgefälscht und landete nur knapp neben dem Tor. Später fehlten erneut lediglich wenige Zentimeter.

Sauck bewegte sich mutig zwischen den Linien, bot sich immer wieder an und spielte ohne erkennbare Scheu vor dem großen Gegner.

Van der Sloot brachte Dynamik über die rechte Seite. Amaniampong sorgte auf der anderen Außenbahn für frischen Wind.

Und dann kam die vielleicht schönste Kombination des Spiels.

Miguel Gonçalves spielte einen starken öffnenden Pass auf Lukas Eixler. Der erkannte Slimanis Laufweg und bediente ihn mit einem gefühlvollen Lupfer. Slimani blieb ruhig und vollendete zum 2:1.

Drei Einwechselspieler, drei starke Aktionen, ein Tor.

Genau so stellt sich ein Trainer die Wirkung seiner Bank vor.

RIESSS WICHTIGE REAKTION

Ganz vorbei war das Spiel damit noch nicht.

Dortmund suchte in der Schlussphase den Ausgleich und kam noch zu gefährlichen Möglichkeiten. Rieß verhinderte zunächst gegen Romeo Ritter einen Treffer und parierte auch in der Nachspielzeit gegen Samuele Inácio.

Damit zeigte der Torwart eine wichtige Reaktion.

Sein Anteil am Gegentor darf nicht verschwiegen werden. Ebenso wenig darf man jedoch unterschlagen, dass er Fortuna später mit seinen Paraden den Sieg festhielt.

DAS FORTUNA4YOU-ZEUGNIS

Unsere Noten sind eine redaktionelle Einschätzung von Fortuna4You. Gerade in einem Testspiel mit vielen Wechseln und unterschiedlichen Einsatzzeiten sind die Leistungen nur eingeschränkt miteinander vergleichbar.

LASSE RIESS – NOTE 3,0

Beim Gegentor kam er zu weit aus seinem Tor und konnte die Situation nicht mehr bereinigen. Die Abstimmung mit Egouli funktionierte nicht. Danach steigerte er sich deutlich und verhinderte mit zwei wichtigen Paraden den Ausgleich. Fehler gemacht, starke Reaktion gezeigt.

MATTHIAS ZIMMERMANN – NOTE 2,5

Auf der rechten Seite aktiv und immer wieder im Vorwärtsgang. Vergab selbst eine gute Gelegenheit, leitete mit seinem Freistoß aber den Ausgleich ein. Dazu als Führungsspieler sichtbar und lautstark.

ELIAS EGOULI – NOTE 4,0

Trägt eine große Mitschuld am Dortmunder Führungstor. Schätzte den langen Ball falsch ein und verlor Albert aus den Augen. Danach stabilisierte er sich, der Fehler vor dem 0:1 wiegt bei einem Innenverteidiger jedoch schwer.

DOMINIQUE HEINTZ – NOTE 2,0

Abgeklärter und konzentrierter Auftritt. Verteidigte aufmerksam und bereitete den Ausgleich mit seiner Kopfballverlängerung vor. Einer der stabilsten Fortunen auf dem Platz.

SASCHA RISCH – NOTE 3,5

Leistete sich einen gefährlichen Ballverlust an der Seitenlinie. Arbeitete ordentlich mit, konnte offensiv aber nur wenige Akzente setzen. Insgesamt mit Luft nach oben.

JORRIT HENDRIX – NOTE 3,0

In der Anfangsphase bekam auch der Kapitän nur schwer Zugriff auf das Zentrum. Danach sorgte er zunehmend für Ordnung und Struktur. Unspektakulär, aber wichtig für die Stabilisierung.

JOMAINE CONSBRUCH – NOTE 3,0

Viel unterwegs und bemüht, die Verbindung zwischen Mittelfeld und Angriff herzustellen. Arbeitete engagiert, ohne der Partie entscheidend seinen Stempel aufzudrücken.

ELIAS ARDEN – NOTE 3,0

Fleißiger Auftritt und diszipliniert in seiner Rolle. Im Spiel nach vorne blieb er jedoch weitgehend unauffällig.

YASSINE BOUCHAMA – NOTE 3,0

Laufstark und griffig gegen den Ball. Verrichtete viel Arbeit im Mittelfeld, ohne an den entscheidenden Offensivszenen beteiligt zu sein.

FABIAN SCHLEUSENER – NOTE 2,0

Zeigte beim Ausgleich seinen Torinstinkt. Stand genau dort, wo ein erfahrener Stürmer stehen muss. Arbeitete viel, bewegte sich clever und belohnte sich mit seinem Treffer.

ERIC HOTTMANN – NOTE 3,0

Bereitete die gute Möglichkeit von Zimmermann aufmerksam vor und beteiligte sich am Kombinationsspiel. Als Angreifer selbst aber ohne wirklich gefährlichen Abschluss.

DIE EINWECHSELSPIELER

JORDI PAULINA – NOTE 2,0

War nach seiner Einwechslung sofort präsent. Suchte mutig den Abschluss und verfehlte das Tor zweimal nur knapp. Brachte Geschwindigkeit, Unbekümmertheit und echte Torgefahr.

STEVEN VAN DER SLOOT – NOTE 2,5

Schaltete sich auf der rechten Seite immer wieder nach vorne ein und brachte neue Dynamik. Trat selbstbewusst auf und zeigte, dass er im Kampf um die Position mehr als nur eine Alternative sein möchte.

TIM OBERDORF – NOTE 3,0

Fügte sich ordentlich in die Innenverteidigung ein und half dabei, die Dortmunder Angriffe zu kontrollieren. Unauffällig, aber zuverlässig.

FELIX MEISER – NOTE 3,0

Kam gemeinsam mit Oberdorf in die neu formierte Abwehr und erledigte seine Aufgabe konzentriert. Ohne groben Fehler, allerdings auch ohne besonders auffällige Szene.

KILIAN SAUCK – NOTE 2,0

Frech, beweglich und technisch stark. Suchte immer wieder die Räume zwischen den Linien und spielte ohne Angst vor dem Gegner. Noch gelang nicht jede Aktion, doch seine Spielfreude war ansteckend.

LUKAS EIXLER – NOTE 2,0

Bereitete den Siegtreffer mit einem wunderschönen Lupfer vor. Brachte Kreativität, Übersicht und überraschende Lösungen in das Offensivspiel. Eine Aktion, die im Gedächtnis bleibt.

MIGUEL GONÇALVES – NOTE 2,5

Sein öffnender Pass auf Eixler leitete das entscheidende 2:1 ein. Fügte sich gut in die Partie ein und zeigte in dieser Szene Übersicht und technische Qualität.

KADEN AMANIAMPONG – NOTE 2,5

Sorgte über die linke Seite für neue Energie und schaltete sich mutig nach vorne ein. Ein unbekümmerter Auftritt, der Lust auf weitere Einsätze macht.

ANAS SLIMANI – NOTE 1,5

Kam in die Partie und entschied sie. Erkannte den Raum, nahm Eixlers Zuspiel sauber an und vollendete ruhig zum 2:1. Slimani sammelt in dieser Vorbereitung immer mehr Argumente für zusätzliche Spielzeit.

MARCEL BENGER – NOTE 3,0

Sammelte nach seinem Wechsel die ersten Minuten im Fortuna-Trikot. Fügte sich ordentlich ein, spielte einfache und saubere Bälle und half dabei, die Ordnung im Mittelfeld zu halten.

DIE JUNGEN WILDEN MACHEN LUST AUF MEHR

Paulina, Sauck, van der Sloot und Slimani waren die große Freude dieses Nachmittags.

Sie brachten genau das auf den Platz, was man sich von jungen Spielern erhofft: Mut, Tempo, Frechheit und den unbedingten Willen, ihre Chance zu nutzen.

Paulina scheut keinen Abschluss. Sauck besitzt eine bemerkenswerte Unbekümmertheit und technische Qualität. Van der Sloot bietet Tempo und Offensivdrang über die Außenbahn. Slimani entwickelt gerade einen erstaunlichen Instinkt für die wichtigen Momente.

Auch Amaniampong, Gonçalves und Eixler unterstrichen, dass die zweite Reihe mehr sein kann als eine Ansammlung von Ergänzungsspielern.

Natürlich wird es Rückschläge geben. Junge Spieler werden Fehler machen und nicht jede Woche glänzen. Geduld bleibt notwendig.

Aber es hat richtig viel Freude gemacht, ihnen gegen Dortmund zuzusehen.

Bei diesen Jungs darf man gespannt sein, was noch kommt.

UNSER SPIELER DES SPIELS

ANAS SLIMANI

Slimani hatte nicht die längste Einsatzzeit und nicht die meisten Ballkontakte. Aber er war im entscheidenden Moment zur Stelle.

Sein Siegtreffer war technisch sauber, abgezockt und erneut ein starkes Bewerbungsschreiben.

UNSER FAZIT

Fortuna hat gegen Dortmund zwei sehr unterschiedliche Seiten gezeigt.

Die Anfangsphase und besonders das Gegentor machten deutlich, dass die defensive Abstimmung noch nicht stimmt. Ein einziger langer Ball darf nicht ausreichen, um die komplette Abwehrreihe aus dem Spiel zu nehmen.

Egouli und Rieß müssen diese Situation besser lösen. Auch die Mannschaft insgesamt muss lernen, solche Momente konsequenter abzusichern.

Doch die Reaktion war stark.

Fortuna ließ sich vom Rückstand nicht aus der Bahn werfen, wurde mutiger und gewann nach der Pause zunehmend die Kontrolle. Die Einwechselspieler erhöhten das Tempo und drehten die Partie mit Spielfreude, Qualität und Entschlossenheit.

Ein Testspielsieg gegen einen noch nicht vollständigen BVB ist kein Beweis für eine erfolgreiche Saison.

Aber er ist ein Zeichen.

Diese Mannschaft lebt. Sie hört ihrem Trainer zu. Sie kann auf Rückschläge reagieren. Und sie besitzt junge Spieler, die keine Angst davor haben, Verantwortung zu übernehmen.

Noch ist es Vorbereitung.

Doch zum ersten Mal seit langer Zeit fühlt sich bei Fortuna wieder etwas nach echtem Aufbruch an.

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